Urologische Praxis Königstraße 82  90762 Fürth Während das Piercing der Ohrläppchen in Europa schon seit langem allgemein akzeptiert ist, war das Durchbohren anderer Körperteile Naturvölkern und dann später Mitgliedern der Sado-Maso-Szene vorbehalten. Inzwischen hat sich daraus ein allgemeiner Modetrend entwickelt. Im Gesicht soll es einfach originell und interessant wirken oder schockieren. An Brustwarzen und Genitalien dient es dem Ausleben sexueller Phantasien. Beim Piercing werden Haut, Ohrenknorpel, Zunge oder andere erogene Körperteile durchbohrt, um dort Schmuckstücke zu befestigen. Vor dem Piercing ist eine umfassende Aufklärung über mögliche gesundheitliche Risiken unumgänglich. 1. Bei nicht fachgerechter Durchführung können Strukturen unter der Haut verletzt werden, die dadurch ihre Funktion einbüßen. Dies gilt vor allem für Nerven im Gesicht ( Gesichtsmuskellähmungen ) und im Genitalbereich ( Impotenz, Gefühlsstörungen ). Werden natürliche Gänge zerstört, kann es neben Funktionsstörungen zu Sekretstauungen kommen ( Brustwarzen, Speicheldrüsen der Wangen, Harnröhre ). 2. Körpereigene stets vorhandene Bakterien können an den gepiercten Stellen zu Infektionen führen, vor allem bei bestimmten Grunderkrankungen, bei Einnahme von gewissen Medikamenten, bei fehlerhafter Nachbehandlung oder zu großen Verletzungen des umliegenden Gewebes. 3. Unsterile Instrumente, mit denen der Eingriff erfolgt, können eine Infektion übertragen, an der ein Vorgänger des Gepiercten erkrankt war, wie z.B. HIV oder Hepatitis B. Es reicht nicht, Einmalkanülen zu verwenden, auch die Halteklemme, die immer mit Blut in Berührung kommt, muß absolut steril sein. 4. Auch wenn sich nach längerem Weglassen des Piercingrings sich der Stichkanal wieder schließt, bleibt eine ( meist kleine ) Narbe zurück. Ein verantwortungsvoller Piercer sollte über die tieferen Strukturen der gepiercten Körperregionen anatomische Kenntnisse haben, absolut steriles Instrumentarium vorweisen, über Behandlung von Wunden mit Fremdkörpern Bescheid wissen und eine individuelle Risikoaufklärung durchführen können. Ein gute Piercer muß nicht unbedingt ein Arzt sein. Allerdings ist die Auswahl immer eine große Vertrauenssache. Piercing im Hinterzimmer einer Diskothek oder Massenpiercing auf Rockfestivals werden obigen Anforderungen sicher nicht gerecht. Ein fachgerecht durchgeführtes Piercing ist jedoch in der Regel ein unproblematischer Eingriff. Lassen Sie sich nicht durch die obigen Ausführungen von Ihrem Entschluß zu einem Piercing abschrecken